**„Der Mann meiner Tochter" von Jane E. James – eine Rezension**
Jane E. James' Psychothriller „Der Mann meiner Tochter" (dp Verlag, August 2024) beginnt mit einer grandiosen Ausgangsidee: Die Mutter Beth beobachtet vom Küchenfenster ihres abgelegenen Bauernhofs in Wales, wie ihre schwangere Tochter Cerys mit ihrem neuen Mann Luke ankommt – und erkennt in ihm sofort ihren eigenen Ex-Mann, den Mann, der ihr einst das Herz gebrochen hat. Was folgt, ist ein beklemmendes Katz-und-Maus-Spiel aus Schutz, Misstrauen und alten Geheimnissen, erzählt abwechselnd aus den Perspektiven von Mutter und Tochter. Genau diese Doppeldeutigkeit ist der psychologische Kern des Romans: Man weiß nie, ob Luke wirklich der Manipulator ist, für den Beth ihn hält, oder ob sie in ihrem Schwiegersohn nur Gespenster der Vergangenheit sieht. Diese permanente Ungewissheit erzeugt ein beklemmendes Lesegefühl und lässt die unterschwellige Bedrohung in jeder Szene mitschwingen. Zu den Stärken zählen die dichte, unheimliche Atmosphäre des abgelegenen Schauplatzes, der ständig...
